Espedal, Tomas: Gehen oder die Kunst, ein wildes und poetisches Leben zu führen

Roman. (Ü. aus dem Norwegischen Paul Berf). Ein schöner Titel, ein schönes Buch, auch äußerlich. Espedal ist ein großer Beschreiber, nicht nur von Landschaften und Orten, auch von Menschen (und er hat eine wunderschöne Sprache). Er beschreibt verschiedene Reisen des Gehens. (Wobei ich das, was er betreibt, wandern nennen würde.) Wochenlang gehen, bergauf bergab, bis er nicht mehr kann und dann geht er immer noch weiter. Dieses Buch ist eine Mischung aus Autobiografie, (Reise- und Gehen-)Beschreibung, Erzählung, auch ein wenig ein Buch über das Schreiben. Manchmal zitiert er andere Geher, Künstler oder Schriftsteller. Er hat in mir den Wunsch geweckt, wieder einmal lange zu gehen, zwar mit einem Ziel, aber ohne zu wissen, wo genau man ankommt, wie es da aussieht, wen man trifft. Er schildert die alte Sehnsucht ein anderer zu werden, aus seinem gewohnten Leben zu verschwinden (und auch die Angst, man könnte wieder auf denselben treffen). Er schläft gerne draußen, ohne Zelt, allein, Angst hat er keine. (Hätte ich.) Viel Alkohol wird getrunken in dem Buch und viel nachgedacht. Dieses Buch werde ich häufiger lesen. (Eigentlich heißt das, dass ich es mir kaufen muss.)
Matthes & Seitz Berlin, gebunden, gelesen 05/14


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