Olafsdottir, Audur Ava: Ein Schmetterling im November

Roman Island. (Ü.: Sabine Leskopf) Eine junge Isländerin überfährt eine Gans auf dem Weg zu ihrem Liebhaber, von dem sie sich trennen will. Er kommt ihr zuvor, weil er es nicht erträgt, dass sie ihren Mann liebt und bei ihm bleiben will. Während sie die Gans als vorgezogenes Weihnachtsessen (das Ganze spielt im November) für ihren Mann zubereitet, eröffnet der ihr, dass er sich von ihr trennen will, weil seine Freundin ein Kind erwartet. Das ist die Ausgangssituation. Die Isländerin, die namenlos bleibt (oder ihr Name ist mir entgangen), ist ungerührt. Sie wird ihn vermissen, das ist klar, aber sie leidet nicht, wie das üblich wäre. Sie zieht in ihr Büro und plant eine längere Reise. Eine Wahrsagerin sagt ihr voraus, dass sie sowohl ein Ferienhaus als auch im Lotto gewinnen wird (und am Schluss der Reise, nachdem noch ein paar Tiere sterben müssen, den Mann ihres Lebens findet). Sie muss den vierjährigen hörbehinderten Sohn ihrer Freundin mitnehmen (der Grund ist eine weitere kleine Geschichte, es gibt viele Geschichten in diesem Buch). Die Isländerin lässt sich darauf ein, obwohl sie sich gruselt, weil sie als Mutterersatz nicht geeignet ist. Die Gewinne treffen ein. Spätestens hier weiß man, dass dieses Buch märchenhafte Züge aufweist. Es ist lustig, traurig, herzrührend. Am Schluss gibt es Kochrezepte mit Seitenangabe, worauf sie sich bei dem Text beziehen.
Insel 2013, gebunden, gelesen 04/14


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