Edwardson, Ake: Das dunkle Haus

Jetzt hat er nach dem letzten Winter doch wieder einen geschrieben. Ich hatte Schwierigkeiten in das Buch reinzukommen und weiß nicht, ob es an mir oder dem Buch gelegen hat. Ich bin nicht sicher, ob ich weitergelesen hätte, wenn ich Edwardson nicht so lieben würde. Es hat sich gelohnt. Wenn es nicht jede Menge Tote geben würde (keine Angst, kein Serienmörder, nicht der Hauch eines Serienmörders), wäre dies ein (philosophischer) Roman über Einsamkeit und Kommunikationsprobleme. Ich musste mich phasenweise ein bisschen anstrengen, um den Überblick zu behalten (nicht wegen der Morde, die waren eindeutig), es lag an den häufigen Perspektivenwechseln und auch daran, dass ich mich oft fragte, was treiben die da und warum, bzw. was denken die da. Die Geschichte geht ungefähr so: Winter hat nach zwei Jahren Pause in Spanien das Gefühl, er wird zu Hause gebraucht und kaum ist er da, werden drei Tote gefunden, eine Frau und zwei kleine Kinder (das Baby überlebt). Für Winter und seine Kollegen sind diese Morde schlimmer als sonst (wegen der Kinder). Es gibt viele Verdächtige, es gibt zwei Zeitungsboten, die etwas gesehen haben oder auch nicht. Es gibt einen rechten Verrückten (der sich wandelt, was ich nicht so ganz überzeugend fand). Winters Mutter wird schwer krank in Spanien, so dass er mehrmals hin- und herfliegen muss. Am Ende gibt es so etwas Ähnliches wie Gerechtigkeit. Gutes Buch, gute Dialoge.
Ullstein 2014, Ü.: Angelika Kutsch, gebunden, gelesen 04/14


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