Persson, Leif GW: Der Professor. Wie ich Schwedens erfolgreichster Profiler wurde.

Blöder Titel (im Original heißt es: Gustavs Grab), gutes Buch. Persson ist einer meiner liebsten Krimischriftsteller (ich sollte sie mal wieder alle lesen). „Der Professor“ ist eine Autobiographie, wobei Persson die Hälfte des Buches braucht, bis er beim Abitur angelangt ist. Die Kindheit und Jugend ist wichtig, um zu verstehen, warum er so ein harter Mann geworden ist. Trotzdem wäre mir kürzer lieber gewesen. Das ist natürlich Geschmackssache. Diese Autobiographie ist selten privat, nur bei Vater (sehr geliebt) und Mutter (verachtet und zeitweise gehasst, er hat ihr bis heute nicht verziehen) wird er deutlich. Allerdings hat er mit diesem Buch gewartet, bis sie gestorben waren. Leider erzählt er so gut wie nichts darüber, wie er seine Krimis geschrieben hat. Außer dass er viel Geld damit verdient hat und dass er aus Rache angefangen hat zu schreiben. Im Zusammenhang mit der Geijer-Affäre (ein schwedischer Justizminister, der im Verdacht stand, zu Prostituierten zu gehen und deshalb ein Sicherheitsrisiko darstellte) wurde Persson bei der Reichspolizeibehörde gefeuert und damit beschäftigt er sich in seinem ersten Roman. Das ganze Buch durchzieht die Gewissheit, dass Schweden eine Klassengesellschaft ist (obwohl vorgegeben wird, dass es nicht so ist) und immer diejenigen, dran glauben müssen, die von unten kommen. Dieses Buch ist „die Geschichte meines gesellschaftlichen Aufstiegs, so wie ich mich daran erinnere.“ Ein Buch, geschrieben so ehrlich wie möglich, u.a. beschreibt er seine Alkoholgeschichte und seine Liebe zum Geld. Mir hat es gefallen.
Btb 2013, gelesen 03/14


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